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Pressemitteilung vom 22.12.2011

Von der Kinderfeuerwehr zum SchulBetrieb: Rechtzeitig um den Nachwuchs kümmern

Oberschule Bad Gandersheim und Auer Lighting GmbH schließen Kooperationsvertrag – Neue Herausforderungen durch demographischen Wandel.

Pressefoto
(v.l.) Landrat Michael Wickmann, Projektmanagerin Dr. Gülen Özaktürk, Geschäftsführer Christoph Schüller und Schulleiterin Antke Brethauer mit Schüler/innen der Oberschule Bad Gandersheim
Bad Gandersheim.

Die Kinderfeuerwehr ist aus derselben Grundüberlegung entstanden - man muss sich eben frühzeitig um den Nachwuchs kümmern: Diese gedankliche Verbindungslinie zog Landrat Michael Wickmann, als er in der Oberschule Bad Gandersheim der Motivation der Auer Lighting GmbH auf den Grund ging, mit der früheren Haupt- und Realschule eine Lernpartnerschaft einzugehen und damit über den allgemeinen Betriebsalltag hinaus weiteres Engagement unter Beweis zu stellen.

Nach Unterzeichnung des Kooperationsvertrages im Rahmen der „Bildungsregion Göttingen“ sind beiden Partner nunmehr „SchulBetriebe“, die aufeinander neugierig sind und voneinander profitieren wollen: Die Schule will ihren Mathematik- und Physikunterricht durch Vorträge eines Licht-Experten aus dem Hause Auer praxisnah vermitteln, welche Bedeutung das Berechnen von Ein- und Ausfallwinkeln hat. Und das Bad Gandersheimer Unternehmen will durch die Kontakte zu der Schule an der Stettiner Straße frühzeitig junge Leute kennenlernen, die als Auszubildende und spätere Fachkräfte infrage kommen.

Mit dem Vergleich mit Kinderfeuerwehren machte Wickmann dann auch implizit deutlich, warum der Landkreis Northeim das Projekt „Bildungsregion Göttingen“ des Regionalverbandes Südniedersachsen so konsequent unterstützt. Der Landkreis will weiterhin ein attraktiver Standort für Unternehmen und damit letztlich auch für Steuerzahler sein. Der deutliche Rückgang der Schülerzahlen bedroht jedoch diese Attraktivität. Wenn Unternehmen – das weiß Wickmann aus seinen zahlreichen Gesprächen mit Vorstandsmitgliedern, Geschäftsführern und Personalverantwortlichen genau – fürchten müssen, nicht genügend Fach- und Führungskräfte zu gewinnen, können sie geneigt sein, den Standort ihres Unternehmens infrage zu stellen. Wickmann während einer Feierstunden aus Anlass der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages: „Wir wollen, dass in Schulen praxisnäher unterrichtet wird. Und wir wollen, dass Unternehmen unsere jungen Leute frühzeitig kennen lernen. Deshalb unterstützen wir die Aktivitäten des Regionalverbandes nachdrücklich und freuen uns, dass im Landkreis Northeim bislang mit weitem Abstand die meisten Lernpartnerschaften in Südniedersachsen geknüpft wurden."

Wickmann machte aber auch deutlich, dass den jungen Leuten das Recht auf Irrtum nicht bestritten werden dürfe. Wer nach einem Praktikum feststelle „das ist nichts für mich“, dürfe nicht schräg angesehen werden – weder von Eltern und Lehrern, noch von Personalchefs oder Mitschülern.

In ihrer Begrüßung hatte sich die Schulleiterin Antke Brethauer stolz darüber geäußert, mit einem weltweit operierenden Unternehmen kooperieren zu dürfen. Dies sei in der ländlich geprägten Region um Bad Gandersheim ein besonderer Glücksfall. Dr. Martin Rudolph, Geschäftsstellenleiter der IHK in Göttingen, beglückwünschte den Auer-Geschäftsführer Christoph Schüller und dessen Personalchef Lars Sander zu der Entscheidung, die Kooperation zu der Oberschule einzugehen. Die Wirtschaft wisse sehr wohl um ihre Mitverantwortung für die Ausbildung der Schülerinnen und Schüler – und sie habe erkannt, dass eine zukunftsorientierte Personalentwicklung zu einem unternehmerischen Schlüsselfaktor geworden sei.

Ausbildungsleiter Markus Sturm machte deutlich, dass er mit den Schülerinnen und Schülern Bewerbungstrainings machen werde – anders als in der Realität sei es möglich, diese Gespräche auf Video aufzuzeichnen und die jungen Leute auf Stärken und Schwächen ihres Auftritts hinzuweisen. Nach Einschätzung der Sozialpädagogin Elwira Ludwig können Auszubildende und Schüler wegen des geringen Altersunterschieds einerseits und unterschiedlicher Erfahrungshorizonte andererseits sehr gut voneinander lernen. Zum Abschluss der Veranstaltung überreichte Antke Brethauer der Projektmanagerin des Regionalverbandes, Dr. Gülen Özaktürk einen Blumenstrauß – verbunden mit dem Dank für die engagierte und kompetente Vorbereitung der Lernpartnerschaft. Auch der Geschäftsführer des Regionalverbandes, Rüdiger Reyhn, lobte seine Mitarbeiterin für der Zielstrebigkeit und Professionalität, mit der sie das Projekt „SchulBetrieb“ im Jahr 2011 insbesondere im Landkreis Northeim vorangebracht habe. Gülen Özaktürk hatte die Unterzeichnung dieser Partnerschaft unbedingt noch ins Jahr 2011 gelegt: Sie stammt selbst aus Bad Gandersheim, ist hier zur Schule gegangen und in ihrer Heimatstadt auch deshalb noch stark verbunden, weil ihre Eltern hier leben. Reyhn bedauerte, dass Gülen Özaktürk den Regionalverband zum Jahreswechsel verlassen werde, weil die Finanzierung der Stelle ausgelaufen sei und seine Kollegin sich beruflich in Hannover weiterentwickeln wolle.

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